Monumentale Mosaike auf historischer Tribüne

Die Diplomarbeit von Künstlerin Priska Engelhardt sorgt nicht nur beim Rennclub Halle für große Begeisterung.

Moderne Kunst trifft dekmalgeschützte Tradition. Die beiden Freiflächen in der Rückwand der Zuschauertribüne zieren derzeit die Abschlussarbeit „It’s all been done before“ der Burgabsolventin Priska Engelhardt.

Die Erfolgsgeschichte der Besitzergemeinschaft „Rennstall Passendorfer Wiesen“ setzt sich auch im Jahr 2026 It’s all been done before – „Das gab es alles schon einmal“ – lautet der Titel der zweiteiligen, großformatigen Diplomarbeit von Priska Engelhardt, die seit einigen Wochen die historische Tribüne der Galopprennbahn Halle schmückt.

Ursprünglich war die Rennbahn von der Künstlerin „nur“ als beeindruckender Schauplatz für die Verteidigung ihres Abschlussprojekts zum Thema Pferd vorgesehen. Doch als die beiden Mosaike, die jeweils aus rund 5.000 Keramikplatten bestehen und eine Größe von 4,1 mal 2,8 Metern erreichen, die bisher freien Flächen der Tribünenrückwand ausfüllten, war die Begeisterung groß.

Nicht nur die Prüfungskommission der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle bewertete das Projekt mit der Note 1,1. Auch beim Rennclub Halle, bei der Künstlerin selbst und bei den zahlreichen Besuchern der öffentlichen Präsentation stießen die Kunstwerke auf große Zustimmung. Die einhellige Meinung: Die Mosaike passen perfekt zur Rennbahn, als hätten sie schon immer dort ihren Platz gehabt.

„Beide Kunstwerke fügen sich wunderbar ein“, sagt Rennclub-Vorstandsmitglied Christian Kremtz. Priska Engelhardt, die mit den Mosaiken ihr Studium der Bildhauerei und Keramik erfolgreich abschließt, ergänzt mit einem Augenzwinkern, dass Tribünen-Architekt Gustav Wolff die Flächen möglicherweise extra für sie freigehalten habe.

„Meine Arbeit jetzt hier in voller Größe an diesem historischen Ort zu sehen, ist für mich natürlich etwas ganz Besonderes“, sagt die Künstlerin. Besonders bewegt habe sie auch das positive Feedback der Besucherinnen und Besucher. „Sehr gefreut habe ich mich darüber, dass trotz der hochsommerlichen Temperaturen so viele Hallenserinnen und Hallenser auf die Rennbahn gekommen sind, um meine Arbeit zu sehen und mit mir ins Gespräch zu kommen.“

Die Motive der beiden Werke könnten kaum besser zu einer Pferderennbahn passen. Die Mosaike„Die Welt ist wie zwei Pferde“ und„Error 404“ zeigen Pferderennen und wurden unter anderem vom berühmten Alexandermosaik aus Pompeji inspiriert. Die historischen Vorbilder interpretiert Priska Engelhardt dabei mit modernen und nachhaltigen Materialien neu.

„Error 404“ heißt das Mosaik auf der linken Seite.
„Die Welt ist wie zwei Pferde“ heißt das rechte Bild.

Besonders bemerkenswert ist, dass weltweit bislang nur wenige bekannte Mosaike mit Pferderennmotiven existieren. Mit den beiden Werken auf der Galopprennbahn Halle sind nun zwei weitere hinzugekommen.

Wer die Kunstwerke bestaunen möchte, hat dazu beim Familienrenntag am 15. August die Gelegenheit. Priska Engelhardt wird selbst vor Ort sein und freut sich darauf, ihre Arbeiten einem großen Publikum zu präsentieren sowie mit Interessierten ins Gespräch zu kommen.

Darüber hinaus können sich sowohl die Künstlerin als auch der Rennclub Halle vorstellen, die Mosaike dauerhaft auf der Zuschauertribüne zu belassen. „Das wäre natürlich ein Traum, wenn meine Arbeit ein Teil der Rennbahn und damit auch etwas von mir in Halle bleiben könnte“, sagt Engelhardt. Entsprechende Gespräche laufen bereits.

Allerdings müssen dabei verschiedene Aspekte berücksichtigt werden. Neben finanziellen Fragen spielen auch die Belange des Denkmalschutzes sowie die Interessen der Stadt Halle als Eigentümerin der Rennbahn eine wichtige Rolle.

Wer den Erhalt der beiden Kunstwerke auf der Rennbahn unterstützen möchte, kann über die Kontaktmöglichkeiten mit dem Rennclub Halle in Verbindung treten.