Galopprennbahn wird zum Kunst-Hotspot

Ein Beitrag aus der Mitteldeutschen Zeitung vom 26.06.2026 – von Dirk Skrzypczak

Künstlerin Priska Engelhardt erläutert auf der Haupttribüne Christian Kremtz (links) und Andreas Neugeboren vom Rennclub Halle das Mosaik „Die Welt ist wie zwei Pferde“.
Foto: Steffen Schellhorn

Die Galopprennbahn in Halle entwickelt sich aktuell nicht nur sportlich, sondern auch kulturell zu einem echten Highlight. Ein aktueller Beitrag aus der Mitteldeutschen Zeitung zeigt, wie Kunst und Tradition hier auf eindrucksvolle Weise zusammenfinden.

Monumentale Mosaike auf historischer Tribüne

Was sich Architekt Gustav Wolff (1858–1930) wohl gedacht hat, als er 1912 die repräsentative Tribüne der Rennbahn entwarf? Zwei große freie Flächen an der Rückwand ließ er bewusst offen – und genau diese bieten heute den perfekten Platz für außergewöhnliche Kunstwerke.

Die 31-jährige Künstlerin Priska Engelhardt, Absolventin der Kunsthochschule Burg Giebichenstein, hat dort zwei monumentale Mosaike geschaffen. „Das hat er für mich gemacht“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. Ihre Werke bestehen jeweils aus rund 5.000 Keramikfliesen und messen beeindruckende 4,1 mal 2,8 Meter.

Inspiration aus Antike und Moderne

Die Motive zeigen Pferderennen – inspiriert sowohl von antiken Darstellungen aus Pompeji als auch von Eindrücken aus Halle-Neustadt, wie etwa dem Flug von Schwänen. Die Werke tragen die Titel „Die Welt ist wie zwei Pferde“ und „Error 404“.

Das Besondere: Weltweit existieren nur etwa zehn bekannte Mosaike mit Pferderennen. Engelhardts Arbeiten erweitern diese exklusive Reihe um zwei weitere Exemplare.

Kunst trifft Engagement

Die Umsetzung der aufwendigen Arbeiten erfolgte direkt vor Ort auf der Haupttribüne – mit tatkräftiger Unterstützung von Freunden sowie Mitgliedern des Rennclubs Halle. Auch ihre Abschlussprüfung absolvierte die Künstlerin dort – mit großem Erfolg: Ihre Arbeit wurde mit der Note 1,1 bewertet.

„Ich bin ein Pferdekind“, erklärt Engelhardt. Für sie haben die Tiere weit über den Sport hinaus eine besondere Bedeutung.

Begeisterung beim Rennclub Halle

Auch beim Rennclub Halle ist die Begeisterung groß. Anfangs war man noch neugierig und gespannt, wie sich das Projekt entwickeln würde. Heute ist man überzeugt: Die Mosaike passen perfekt zur Rennbahn – als hätten sie schon immer dorthin gehört.

„Beide Kunstwerke fügen sich wunderbar ein“, sagt Vorstandsmitglied Christian Kremtz. Der Club hat deshalb großes Interesse, die Werke dauerhaft auf der Tribüne zu behalten. Gespräche mit der Künstlerin über eine mögliche Übernahme laufen bereits.

Darüber hinaus sieht der Rennclub in der Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule großes Potenzial für die Zukunft. Solche Kooperationen könnten die Rennbahn noch stärker als kulturellen Ort in Halle etablieren.

Kunst hautnah erleben

Am Freitag, dem 26. Juni 2026, haben Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, sich selbst ein Bild von den beeindruckenden Mosaiken zu machen. Zwischen 16 und 20 Uhr ist die Rennbahn geöffnet, und auch Priska Engelhardt wird vor Ort sein, um Fragen zu beantworten und Einblicke in ihre Arbeit zu geben.

Für passende Erfrischung ist bei sommerlichen Temperaturen ebenfalls gesorgt.